Beitrag vom 6 November 2009 10:33

Civilization, Spore – das Recycling von Klassikern

Spore Islands

Gut zwei Wochen ist es erst her, dass Firaxis Games bzw. Sid Meier ankündigten, bald eine facebook-Version eines großen Klassikers der Spielegeschichte auf den Markt zu bringen: Civilization Network. Seitdem bemühen sich die Damen und Herren im Crowdsourcing und fragen nach Lieblingstechnologien und Screenshots, inwiefern das berücksichtigt werden wird bleibt abzuwarten. Seit heute gibt es nun ein zweites »Recycling«-Spiel bei facebook: Spore. Bzw. Spore Islands. (Hier geht’s zum Spiel, es läuft im Moment allerdings gar nicht mehr, völlig überlastete Server nehme ich an) Das ist zwar kein Klassiker vom Rang eines Civilization aber doch ein Spiel, dass aufgrund zahlreicher Innovationen (gerade auch im kreativen und kollaborativen Bereich) in Erinnerung geblieben ist.

Das Spiel selbst findet auf einer zweidimensionalen Karte statt, man erstellt eine Kreatur und stellt sich dem »survival of the fittest« Wettkampf. Ziel ist es, mit seiner Rasse so viele Inseln wie möglich zu dominieren. Und laut dem Senior Producer von Spore Islands, Caryl Shawn, werden die Entscheidungen von Freunden direkt die Spielerfahrung des Spielers beeinflussen, konnte ich noch nicht wirklich testen. Wer mehr lesen möchte, findet bei games.com einen ausführlichen Artikel zum Spiel. So weit so gut. Interessant finde ich das v.a. aus anderen Gründen.

Hier bietet sich offenbar eine Möglichkeit für die etablierten Publisher, bestehende Marken auf einer neuen Plattform zu vermarkten. Man denke dabei auch an die Umsetzungen von beispielsweise Doom oder Need for Speed Underground auf dem iPhone. Das könnte den Wettbewerbsnachteil wett machen, den im Falle von Spore dessen Publisher Electronic Arts (EA) gegenüber Marktführer Zynga hat. Mit seinen derzeit 62 Millionen aktiven Farmville-Spielern im Monat erreicht Zynga natürlich eine Masse von Menschen, mit der niemand ansatzweise mithalten kann. Neue Produkte werden ja immer durch cross-promotion, also über etablierte Spiele als Werbeträger, eingeführt. Sollte EA allerdings noch den Zynga-Konkurrenten Playfish kaufen, dürfte die Sache interessant werden. Abgesehen davon ist gut vorstellbar, dass neue »Vollpreisspiele« gewisser Genres in Zukunft grundsätzlich mit einer Light-Variante bei facebook aufwarten. Aus Vermarktungsgründen und um die einmal aufgebaute Marke möglichst vielfältig monetarisieren zu können. Denn natürlich ist auch Spore Islands kostenlos und wird sich über den Verkauf von Erfahrungspunkten und virtueller Güter finanzieren.

Michael Völker
Gespeichert in: Netzbetrieb

3 Kommentare für 'Civilization, Spore – das Recycling von Klassikern'

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