Beitrag vom 27 Juli 2009 17:20
Eine Doku als Werbemittel? Klingt schräg, liegt aber ziemlich nahe, zählen doch Authentizität und soziale Empfehlungen zu den zentralen Schlagworten des Marketings von heute. Wie so etwas aussehen kann zeigt die Berliner Agentur »Heimat«, die für den Bundesverband Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) den WerbeDokumentarfilm »Drang. Jeder Mensch hat etwas das ihn antreibt.« gebastelt hat, Premiere war am 22. Juli in Berlin. Vorgestellt wurde also ein 45-minütiger Streifen, der auch im Fernsehen und auf DVD zu sehen sein soll, ergo wie ein ganz normaler Kinofilm vermarktet wird. In dieser Werbung Doku werden nun neun verschiedene Menschen mit ihren Leidenschaften und Projekten porträtiert, der Film besteht also eigentlich aus neun Kurzfilmen von neun verschiedenen Regisseuren. Also eigentlich eine ganz nette Idee. Und warum machen die das?
Das Motto der Kampagne lautet »Was uns antreibt« (Untertitel: Deutschlands Gründe morgens aufzustehen). Dargestellt werden soll damit das »traditionell sehr nahe und lebensbegleitende Kundenverhältnis«, so Marc Weegen, Gruppenleiter Markenkommunikation des BVR. Das sind dann auch ganz nette Filmchen geworden, die durchaus das Potential mitbringen, den spröden BVR sympathischer erscheinen zu lassen. Deshalb machen die das. Aber. Diesen Film gibt es auch im Netz. Und das ist das Problem. Die Umsetzung ist nämlich gelinde gesagt mäßig. Da kann man sich zwar den ganzen Film oder einzelne Häppchen ansehen. Die Interaktionsmöglichkeiten beschränken sich allerdings auf eine Kommentarfunktion und die steinzeitliche Weiterempfehlung per Mail. Weder kann ich die Videos einbetten, noch in irgendeinem Social Network teilen, eigentlich primitive Pflichtübungen. Das Thema liefert auch einige Möglichkeiten für Interaktionsansätze (etwa sein eigenes Projekt vorzustellen), genutzt hat man keine. Wie man so viel Geld und Aufwand in die Produktion stecken kann, um dann jegliches virales Potential im Keim zu ersticken, ist mit völlig schleierhaft.









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Interaktionsansätze gibts es – kannst deinen Text und Bild mit deinem Antrieb uploaden.
Tatsächlich. Aber das ist so bescheuert versteckt und integriert – macht die Sache kaum besser.
Herrlich, wie das Thema hier Beachtung findet.
Naja, aber ich denke bevor man hier ein Post schreibt, sollte man sich die Sache auch mal genauer ansehen, primitive Pflichtübung für Blogger.
Wie man auch hier sieht, steckt Deutschland bei Viralem Marketing in Kinderschuhen.
Wenn man auch andere Beispiele anschaut, wirbt man meistens mit den Beispielen aus Ausland für Virales Marketing es gibt nur wenige gute Beispiele in Deutschland.
Entweder müsste man den Potenzial schnell erkennen und sich an die Arbeit machen oder wird der Rückstand immer größer.
m.p. ich verstehe die Bemerkung nicht so richtig, ist das eine Kritik an dem Autor? Könnte man vielleicht sich etwas genauer ausdrücken?
Was interessant ist,ist dass so erfahrene Marketing-Menschen, denken sie seien Alchemisten und versuchen One-to-many Marketing in Viral-Marketing zu verwandeln ; doch sie vergessen den wichtigsten Grundsatz für Online Marketing: nämlich, dass die Macht zu den Internetbenutzern gerutscht ist.