Beitrag vom 14 Juli 2009 22:54

Kostenlos zahlt sich aus – der nächste Schritt

Battlefield Heroes

Die Spieleschmiede Electronic Arts (EA) hat ein neus Spiel auf den Markt geworfen. Das ist an sich nichts Besonderes, das tun sie ja ständig. Bei Battlefield Heroes allerdings handelt es sich um einen weiteren Schritt in einer bemerkenswerten Innovationskette. Der im Comic-Stil gestaltete Ego-Shooter kommt nämlich kostenlos auf den Markt. Runterladen, anmelden, losspielen. Im Spiel können dann Kleidung, Waffen & Co. zugekauft werden – und genau das ist der Monetarisierungsansatz, wie er sich schon seit einer Weile abzeichnet. Battlefiel Heroes ist zwar nicht gerade der technische Knaller des Jahres und ein bisschen klein ausgefallen (bewusst und deshalb günstiger in der Entwicklung), aber sauber und witzig gemacht und mithin von der Wertigkeit her ein Vollpreisspiel.

Für EA dürfte diese Veröffentlichung ein erster und ernster Test eines neuen Geschäftsmodells sein, vorangetrieben durch die Rückkehr von John Riccitiello als CEO von EA und dessen intensive und gar nicht zu überschätzende Entwicklung der asiatischen Märkte. In Südkorea und China ist der free-to-play-Ansatz nämlich schon eine ganze Weile etabliert und ein gewaltiger Wachstumsmarkt. Und auch hierzulande ist das Thema spätestens seit Runes of Magic auf dem Radar. Seit Januar diesen Jahres haben auf jeden Fall Millionen von Beta-Testern eifrig Battlefield Heroes gezockt (Start des Projekts war vor zwei Jahren) und das erste Feedback war wohl vielversprechend. Vor allem aber tritt das Spiel nicht in direkte Konkurrenz zu etablierten Online- und Offline-Titeln, sondern platziert sich bewusst daneben, wie Ben Cousins, General Manager des Projekts:

You model to have a higher churn rate. We don’t expect people to play these games for as long as they play subscription games such as Warhammer Online. We expect to have a new audience cycling through

Fassen wir zusammen. Keine Angst mehr vor Piraten, niedrigere Einstiegsschwelle weil kostenlos, das Wissen, dass es in anderen Ländern funktioniert und den Grundgedanken aller Arten von Superinnovationen berücksichtigt - »don’t play the game in a better way, change the game!« – da kann doch kaum etwas schief gehen, oder?

(via)

Michael Völker
Gespeichert in: Netzpolitik

7 Kommentare für 'Kostenlos zahlt sich aus – der nächste Schritt'

Einen Kommentar hinterlassen

Kommentarlinks könnten nofollow frei sein.

RSS Feed zu diesem Beitrag | TrackBack URI