Beitrag vom 18 März 2009 12:25

Spiele-Verbot für Saubermann-Image?

Galeria Kaufhof Screenshot

Nicht das es die meisten Gamer sonderlich schmerzen dürfte, wenn die Galeria Kaufhof keine USK18-Computerspiele mehr in den Regalen stehen hat. Aber die eigentliche Begründung für den Schachzug vermute ich mal in den Köpfen einiger Marketingstrategen. Laut der PC Games wird die Kaufhauskette ab April 2009 die Spiele für Erwachsene »aufgrund der Geschehnisse in Winnenden« nicht mehr verkaufen. »Werbeware aus den Prospekten März wird noch bis Ende des Monats abverkauft« und »Mit diesem Schritt möchte das Unternehmen ein weiteres Zeichen für eine soziale und gesellschaftspolitische Verantwortung setzen« heißt es in der Erklärung. »Schön! Die tun was!«. Vielleicht stellt man sich genau so die Reaktionen auf die Selbstzensur vor? Oder wird hier nur das Saubermann-Image einer Ladenkette gewahrt oder aufpoliert?

Filme mit dem FSK18-Button bleiben anscheinend weiter in den Regalen stehen. Vielleicht verkaufen sich diese auch nur besser als die entsprechend freigegebenen Videospiele, die im Kaufhof nur ein Nischenprodukt darstellen dürften? Wirtschaftlich vermutet man deswegen keinen großen Schaden bei der Kaufhauskette und ein Counter-Strike darf, dank USK16-Button, natürlich weiterhin im Laden verkauft werden. Etwas Heuchlerei kommt mir da in den Sinn. Und die Möglichkeit, dass man versucht üble Geschehnisse für das eigene Image auszunutzen. Und natürlich stellt man sich auch die Frage nach der Notwendigkeit einer solchen Aktion. Schließlich durften die stets korrekten Verkäufer(innen) die Spiele ohnehin nur an volljährige Personen herausgeben. Aber vielleicht bin ich auch einfach nur die falsche Zielgruppe, um den Sinn der Aktion vollständig zu verstehen.

Marc Grove
Gespeichert in: MV-Intern, Netzpolitik

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